Trauerrede Ehrenobmann Schallert Werner

Liebe Margit, liebe Trauerfamilie, Werte Trauergemeinde.

Es ist nie der richtige Zeitpunkt,

es ist nie der passende Tag,

es ist nie alles gesagt,

es ist nie alles erledigt,

es ist immer zu früh

und doch …

… da sind Erinnerungen, Andenken, Gedanken, Geschichten, Gefühle, gemeinsam Erlebtes, Höhen und Tiefen – einfach Momente, die einzigartig, die schön, die unvergessen, die besonders, die einfach waren. Und diese Momente gilt es festzuhalten, einzufangen, im Herzen zu bewahren.

Traurig und mit tiefer Betroffenheit mussten wir am vergangenen Wochenende das Ableben unseres Ehrenobmanns des Krankenpflegevereins und Mobilen Hilfsdienstes Nenzing, Herrn Werner Schallert, zur Kenntnis nehmen. Wohl wissend um die Schwere seiner Erkrankung, war die Nachricht seines Todes eine sehr schmerzliche, denn eine wirklich großartige Persönlichkeit hat uns für immer verlassen. So hat sich Werner, über nahezu vier Jahrzehnte, mit sehr viel persönlichem Engagement in den Dienst der kranken und pflegebedürftigen Menschen in unserem Ort gestellt. Bis zuletzt hat er aktiv im Vorstand unseres Krankenpflegevereins mitgearbeitet. Werner hinterlässt in unserem Verein eine große Lücke. Eine Lücke, die wir in dieser Form vermutlich niemals wieder schließen können. Sein Wirken im Verein war geprägt von einer verantwortungsvollen, stets hilfsbereiten, humorvollen und geselligen Art. Unbestreitbar hat Werner durch sein sehr umsichtiges Handeln für unseren Verein und damit einhergehend natürlich auch für deren Mitglieder und Mitgliederinnen sehr viel GUTES getan.

Verbunden mit voller Bewunderung möchte ich nun auf seinen Werdegang im Krankenpflegeverein Nenzing zurückblicken:

Am 18.03.1979 – also vor rund 38 1/2 Jahren – wurde Werner noch unter dem allseits geschätzten Obmann Dekan Msgr. Georg Schelling als Beirat in den damaligen Ausschuss berufen.

Nach einer relativ kurzen Einarbeitungsphase wurde er in der Jahreshauptversammlung des Jahres 1982 zum Schriftführer bestellt. Dieses Amt bekleidete er sodann für 6 Jahre bis er dann im Herbst 1988 zum Obmann des Krankenpflegevereins Nenzing – Dank der „Überredungskunst“ des damaligen Obmann Stellvertreters Pfarrer Rudi Sigl - bestellt wurde. Dieses Amt hat er dann für 23 Jahre – wie schon gesagt mit großem persönlichem Einsatz und Engagement - ausgeübt.

In diesen vielen Jahren seiner ehrenamtlichen Obmanntätigkeit hat er sehr viel Positives in unserem Krankenpflegeverein in Gang gesetzt.

Beginnen möchte ich dabei im Jahr 1989. „Essen auf Rädern“ – heute eine nicht mehr wegzudenkende Selbstverständlichkeit wurde damals auf Antrag des Krankenpflegevereines von der Marktgemeinde Nenzing eingeführt. Schon im Herbst desselben Jahres konnten die ersten Personen mit Speisen beliefert werden.

Ebenfalls im vorbesagten Jahr wurde Werner – nicht zuletzt auf Grund seiner bis dahin schon geleisteten Arbeit - in den Landesvorstand der Hauskrankenpflege Vorarlberg gewählt. Diese – von ihm sehr Gewissenhaft ausgefüllte Beiratsfunktion - hatte er bis zum Ende seiner Obmannschaft im Kalenderjahr 2011 inne. Werner hat so auch maßgeblich an der Mitgestaltung und Entwicklung des Hauskrankenpflegewesens in Vorarlberg, über viele Jahre hinweg, aktiv mitgewirkt.

Dann kam der - für unseren Krankenpflegeverein schicksalsträchtige - 08. Oktober 1991: Brand des Schwesternhauses. Dies war sicherlich eine ganz besondere Herausforderung für Werner und sein damaliges Team, stand man doch von einem Tage auf den anderen mehr oder weniger auf der Straße. Da waren Krisenmanagementqualitäten sehr gefragt, denn es mussten die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden. Nach einer relativ kurzen Übergangsphase konnte das Büro am Ramschwagplatz angemietet und so wieder ein geregelter Ablauf in der Pflege gewährleistet werden. Schlussendlich wurden dann im Jahr 1994 die jetzigen Büroräumlichkeiten samt einer Dienstwohnung angekauft.

Ein weiterer Meilenstein in seinem Handeln war sicherlich auch die Einrichtung bzw. Einführung des Wochenenddienstes im Jahr 1993 – somit war die Pflege der Patienten an allen Wochentagen gewährleistet. Um den immer größer werdenden Anforderungen in der Hauskrankenpflege gerecht zu werden war auch ein kontinuierlicher personeller Ausbau des Pflegeteams unumgänglich. Der Personalstand hat sich in der Zeit seiner Obmannschaft von ursprünglich einer Pflegekraft auf fünf Pflegekräfte erhöht.

Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle auch die Einführung des Mobilen Hilfsdienstes (kurz MOHI genannt) bleiben. Gerade der Mobile Hilfsdienst war für Werner stets eine ganz besondere Herzensangelegenheit. Im Rahmen einer Sozialstudie – damals initiiert von der Marktgemeinde, vom Familienverband und eben dem Krankenpflegeverein Nenzing - waren eine Vielzahl von Sitzungen notwendig bis dann im Jahr 1996 die tatsächliche Umsetzung erfolgen konnte. Ein Dienst am Nächsten, der bis heute großen Anklang bei der Nenzinger Bevölkerung findet.

Es muss auch gesagt werden, dass all diese Handlungen nicht möglich gewesen wären, wenn nicht fortlaufend - auf seine Initiative hin - begleitende Maßnahmen im Bereich der Finanzen des Krankenpflegevereins gesetzt worden wären. So war Werner - z. B. der Ausbau des Mitgliederstandes - ein großes Anliegen. Beständig hat sich die Zahl der Mitglieder von ca. 500 im Jahr 1988, im Laufe seiner Obmannschaft, der 1000er Grenze angenähert. Aber auch die Schaffung von diversen Spendenmöglichkeiten – z. B. durch die Zusammenarbeit mit unserer Pfarre, die Setzung der Maßnahmen zur steuerlichen Spendenabsetzbarkeit, die freundschaftliche Vereinsbeziehung mit dem Team der Badaila Kicker haben die finanzielle Lage unseres Vereins letztendlich begünstigt. Dieser finanzielle Hintergrund erlaubt es dem Krankenpflegeverein Nenzing bis heute – als einem der wenigen Krankenpflegevereine im Land – weitestgehend auf die Einhebung von Pflegezuschüssen bei den betroffenen Patienten und Patientinnen zu verzichten.

Besonders hervorheben möchte ich – neben den vorgenannten Punkten – aber auch die menschlichen Qualitäten von Werner Schallert. So hatte Werner stets ein offenes Ohr für etwaige Anliegen gehabt und stand immer mit Rat und Tat zur Seite. Auch sein wertschätzender Umgang mit seinem Umfeld wird uns unvergessen bleiben. Diese und noch weitere gute Tugenden haben Werner zu einem ganz besonderen Menschen gemacht.

Werner, zum Schluss möchte ich dir im Namen unseres Vorstandes, des Pflegeteams, den Mitarbeiterinnen rund um Mohi, aber auch im Namen unserer Mitglieder und Mitgliederinnen und als Freund einfach nur

Danke

sagen.

Möge Gott, dir lieber Werner, alles Gute was du in deinem Leben getan hast reichlich vergelten. Sei gewiss, du wirst in unseren Herzen weiterleben und uns mit deinem Tun und Handeln in vielen Bereichen ein Vorbild bleiben und sein.

Zum Zeichen unserer tiefen Verbundenheit werden wir an deinem Grabe eine Blumenschale niederlegen.

Lieber Werner, RUHE in FRIEDEN!

Nenzing, 27.10.2017

Frank Stecher